Aus diesem Grund stellen wir euch ab sofort jeden Sonntag, im Rahmen des Bergluft-Buchclubs ein Buch vor – natürlich spoilerfrei! Ein Buch, das wir selbst gelesen und für euch “getestet” haben. Ein Buch, von dem wir denken, dass es Bergsportler, Naturliebhaber, Reisende, Abenteurer und Kreative lieben werden. Das uns unterhält, begeistert, uns etwas lehrt, das uns Geschichten erzählt, die wir niemals selbst erleben könnten.  

Der thematische Schwerpunkt liegt zwar klar auf Bergsport, Abenteuern, Outdoor-Erlebnissen und Reisen, ist aber nicht zwingend darauf begrenzt. Immerhin wollen auch wir unseren Horizont erweitern.  

Wenn ihr die Bücher gelesen habt oder selbst Buch-Empfehlungen auf Lager habt, mit denen ihr die Bergluft-Community bereichern wollt, dann schreibt uns: mona@e3mediahouse.at. Wir freuen uns auf eure Nachrichten! 

 

Bergluft-Buchclub Ausgabe 1  


In die Wildnis (Originaltitel: Into the Wild) 


Autor: Jon Krakauer  


Herausgegeben: 2002 


Genre: Biografie  


Bergluft Buchclub-Insidertipp: Bevor ihr die erste Seite dieses Buch aufschlagt, müssen wir euch etwas ans Herz legen: Schaut euch erst den Film zum Buch an. Das spricht zwar gegen sämtliche Regeln des Leser-Kodexes, aber vertraut uns. Nachdem euch der Film mit seinen Bildern, der Musik und der emotionalen Botschaft verzaubert, werdet ihr euch für die Geschichte völlig anders begeistern können. Und da es sich bei diesem Buch immerhin um keinen Roman, sondern um eine Biografie handelt, wird der Film auch keine Überraschungen vorwegnehmen. 


Die Geschichte 


Christopher McCandless ist ein privilegierter, junger US-Amerikaner. Als Sohn reicher Eltern genießt er die Ausbildung angesehener Universitäten, er lebt ein scheinbar unbeschwertes Leben. Doch von den materiellen Werten der westlichen Gesellschaft angewidert und von Autoren wie Jack London oder Henry Thoreau inspiriert, möchte er all diese Privilegien aufgeben, sich in ein Abenteuer stürzen. Kurzerhand spendet er all seine Ersparnisse an Wohltätigkeitsorganisationen, lässt sein altes Leben zurück und begibt sich mit wenigen Habseligkeiten und ohne einen Cent auf eine Reise nach Alaska. Auf Umwegen und nach unzähligen Begegnungen mit Menschen, die ihn inspirieren, erreicht er sein Ziel. Inmitten der Wildnis Alaskas, in einem entlegenen, uralten Bus will er sich völlig autark und fern von der Zivilisation selbst versorgen. Doch sein Abenteuer droht in einer Katastrophe zu enden.  


Warum ihr In die Wildnis lesen solltet 


Chris McCandless’ Schicksal berührt. Selten hat eine Aussteiger-Geschichte so hohe Wellen geschlagen und die Meinungen dermaßen gespalten. Der Autor Jon Krakauer versucht anhand akribischer Recherche, anhand von Tagebucheinträgen, Zeugenberichten und langen Gesprächen mit McCandless’ Familie aufzuklären, was den jungen Mann dazu trieb, alles zurückzulassen und eine Reise völliger Ungewissheit anzutreten. Krakauer vervollständigt das Puzzle, das Chris McCandless’ Leben war. Detailgetreu rekonstruiert er die letzten Tage, Wochen, Monate und Jahre des Aussteigers, er gräbt in dessen Kindheit und Jugend. In die Wildnis mag ein Sachbuch, eine Biografie sein, aber das Buch liest sich wie ein Roman. Wie ein Roman, der bewegt, traurig und glücklich macht und uns so einiges über uns selbst lehrt. Die Geschichte polarisiert zwar, aber egal ob ihr am Ende des Buches (und Filmes) der Kritiker- oder Fan-Seite von McCandless angehört – ihr werdet mit der Lektüre etwas lernen!