Der Pacific Crest Trail führt von Mexiko bis Kanada. Von trockener, von Klapperschlangen wimmelnder Wüstenlandschaft, über hohe, schneebedeckte Berge, durch dichte Wälder bis hin zur US-kanadischen Grenze. Nur wenige Abenteurer gehen das Wagnis ein und nehmen die 4200 Kilometer auf sich – zu Fuß versteht sich. Und noch kleiner ist die Anzahl an Abenteurern, die sich ganz alleine auf die Odyssee begeben. Cheryl Strayed zählt zu dieser überschaubaren Gruppe von Wanderern. 

Dabei war die junge US-Amerikanerin zum Zeitpunkt ihres Abenteuers alles andere als gut darauf vorbereitet. Weder sportlich noch bergaffin, versuchte die damals 26-jährige Strayed den Weitwanderweg zu meistern, um mit ihrem alten Leben abzuschließen. Denn nach dem Tod ihrer Mutter schlitterte Strayed in eine Krise: Heroin-Exzesse, ein wildes Sexleben und eine kurze Ehe, die in der Scheidung endete, brachten die junge Frau an ihre Grenzen. “Die Frau mit dem Loch im Herzen, das war ich”, schreibt Strayed. Kopf über Hals stürzte sie sich in das Abenteuer ihres Lebens, das ihr aus diesem dunklen Abschnitt helfen soll. 

Völlig alleine und kaum vorbereitet wandert sie Tausende von Kilometern durch die Wildnis. In dem Buch Der große Trip erzählt Strayed detailreich von ihrem gefährlichen, verrückten und riskanten Unterfangen. Sie erzählt von blutigen Füßen, gefährlichen Tieren, noch gefährlicheren Begegnungen mit Menschen und der Reise zu sich selbst. 

Dabei ist das Buch so viel mehr als eine Geschichte über eine lange Wanderung. Neben all den fantastischen und metaphernreichen Landschaftsbeschreibungen, bietet Strayed auch tiefe Einblicke in ihr verkorkstes früheres Leben und spart dabei nicht mit Details. Mutig und ehrlich schildert sie ihre Vergangenheit, die Erlebnisse am Wanderweg und die Gedanken, die ihr dabei durch den Kopf gehen.

„Dies alles wusste ich damals noch nicht, als ich am letzten Tag meiner Wanderung auf dieser weißen Bank saß. Aber ich wusste, dass ich es nicht zu wissen brauchte. Dass es genügte, darauf zu vertrauen, dass ich das Richtige getan hatte. Dass es genügte, seinen Sinn zu verstehen, ohne genau sagen zu können, worin er bestand […] Dass das mein Leben war – wie jedes Leben rätselhaft, unabänderlich und heilig. So nah, so präsent, so fest zu mir gehörig.  

Und es, wie wild es auch sein mochte, so zu lassen. 

Das Buch wurde mit Reese Witherspoon sehr erfolgreich verfilmt und ist unter anderem auf Netflix zu sehen.

Über die Autorin:  

Cheryl Strayed, geboren 1968, veröffentlichte nach ihrem Literatur-Studium zahlreiche Beiträge in der New York Times, Washington Post, Vogue und anderen Medien. Ihr biografisches Buch Wild – Der große Trip wurde zum Megabestseller. Cheryl Strayed lebt mit ihrem Mann, dem Filmemacher Brian Lindstrom, und ihren beiden Kindern in Portland, Oregon.