Es gibt Bücher, die uns zum Schmunzeln bringen, uns Tränen in die Augen treiben oder uns Gänsehaut bescheren. Selten aber gibt es Bücher, die so herrlich lustig sind, dass wir nicht anders können, als in der Öffentlichkeit, im vollen Bus oder in der stillen Bibliothek, laut – wirklich sehr laut – loszulachen. “Picknick mit Bären” schafft genau das. Ich war alleine unterwegs in den USA, als ich das Buch in seiner englischen Originalversion in einem dunklen, staubigen Second Hand-Buchladen entdeckte. 2 US-Dollar kostete mich der New York Times-Bestseller aus dem Jahr 1997. Geschrieben hat das Buch der – Achtung, gewollte Alliteration – brilliante Bill Bryson. Der US-Schriftsteller ist bekannt für seine zum Brüllen komischen Reiseberichte. Bei “Picknick mit Bären” erzählt Bryson von seinem Abenteuer, gemeinsam mit seinem übergewichtigen und gehfaulen Freund Katz den Appalachian Trail, den längsten Fußweg der Welt zu wandern.

Er erzählt darin von den Erlebnissen während des 3500 Kilometer langen Fußmarsches durch zwölf US-Staaten und ist dabei an Selbstironie und Humor nicht zu überbieten. Der Leser erfährt von skurrilen Begegnungen mit anderen Menschen am Pfad, von gefährlichen Situationen, wilden Tieren und pittoresken Landschaften. Bryson spickt seinen Reisebericht zudem mit interessanten, dunklen oder witzigen Details und Fakten. Er erzählt von grausamen Todes- und Mordfällen, die sich in der Vergangenheit am Trail ereigneten oder davon, wie man sich bestenfalls verhält, wenn man einem Bären begegnet. Auch über allerlei Wissenswertes aus der Welt der Zoologie, Botanik, Geologie oder der Geschichte des Appalachian Trails kann sich der Leser erfreuen.

Gerade jetzt, wenn wir nicht reisen können, sind es Bücher wie diese, die uns über unser Fernweh und unsere Abenteuerlust hinwegtrösten. Durch Brysons wundervolle Art, Situationen und Szenen zu schildern, gewinnen wir den Eindruck, uns selbst in der Wildnis der US-Ostküste zu befinden. Aus diesem Grund ist “Picknick mit Bären” genau jetzt eine fantastische Lektüre. Wer das Buch gelesen hat, der kann sich im Anschluss auf den gelungenen Film zum Buch freuen. 2015 schlüpfte Robert Redford in die Rolle des Bill Brysons und begab sich auf der Kinoleinwand auf die Abenteuer, die Bryson so treffend schilderte.